Voll auffe zwölf! Capcoms neuer alter Prügler schafft den Spagat zwischen Tradition und Neuanfang.
Wo Chun-Li mit ihren mächtigen Beinen hintritt, wächst nix mehr ? Ryu treibt es vor Schmerz die Augen aus den Höhlen. Mit manchen Sachen ist es wie mit dem Fahrradfahren: Man verlernt sie nie!
Street Fighter wäre auch so ein Beispiel: Wer einmal »seinen« Charakter intus hat, vergisst Move-Palette und richtiges Timing niemals. Der Beweis für diese Theorie ist unsere Anspiel-Session mit
Street Fighter 4.
Capcom hat während der Game Developers Conference in San Francisco zwei miteinander verbundene Automaten in einer Hotelsuite aufgestellt, ausgewählte Journalisten durften sich daran mit Kollegen prügeln. Wir waren natürlich mit im Ring und sind begeistert. Denn in
Street Fighter 4 ist alles anders, und doch wie früher.
Was uns als erstes auffällt: Das Charakterfeld ist mit läppischen acht Kämpfern eher dünn bestückt. Aber keine Sorge, das ist nur ein Manko der GDC-Version des Spiels. »Im finalen
Street Fighter 4 wird es wesentlich mehr Kämpfer geben«, versichert uns Produzent Yoshinori Ono. Das werden vor allem alte Bekannte aus früheren
Street Fighter-Titeln sein, gerade hat Capcom zum Beispiel Balrog und Sagat bestätigt.
Boxer Balrog teilt auch in Teil 4 wieder Nierenhaken und Magenschwinger aus.
In der von uns gespielten Fassung schlägern neben alten Kämpen wie Ryu, Ken und Guile auch zwei Neuzugänge mit: Die coole C. Viper hält mit ihren langen Beinen Gegner effektiv auf Distanz und ist - zumindest momentan - fast schon zu stark im Vergleich zu den anderen Kontrahenten. Vor allem, da sie auch schmerzhafte Elektroattacken austeilt. Der kräftige Kickboxer Abel dagegen wirkt eher farblos, seine Move-Palette bietet auf den ersten Blick nur Standardkost. Allerdings konnten wir auch nur ein paar Matches mit Abel ausfechten, zu wenig für ein fundiertes Urteil.